Presseartikel - Ipf-unf Jagst-Zeitung 24.03.2007

Maschinenfabrik Alfing investiert
75 Millionen Euro

AALEN - Die Maschinenfabrik Alfing Kessler investiert am Standort Wasseralfingen 75 Millionen Euro. Bis Mitte 2008 sollen neue Produktionsstätten in Betrieb genommen werden. Damit verbunden sind 200 zusätzliche Arbeitsplätze.

Das Bild spricht Bände: Die beiden Geschäftsführer, der Betriebsratsvorsitzende und die Vorsitzende der Jugendvertretung sitzen an einem Tisch. Gemeinsam stellten sie gestern Nachmittag die Investition der Presse vor, die sie zuvor der Belegschaft erläutert haben. Während der Vorsitzende der Geschäftsführung, Alexander Leon, von einem Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens spricht, sagt Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz Grein: "Das ist der bedeutendste Moment, den die Maschinenfabrik in ihrer Firmengeschichte erlebt hat."
Deutlich machen Leon und sein Kollege Eberhard Funk, dass die neuen Produktionsanlagen sehr schnell gebaut werden müssen. Denn weltweit gibt es einen großen Bedarf an Großkurbelwellen, der vom Markt zurzeit nicht befriedigt werden kann. Aus dem asiatischen Raum drängen neue Produzenten von Kurbelwellen auf den Markt. Die Bauabsichten der Maschinenfabrik Alfing (Mafa) sind eine Antwort auf diese Entwicklung. Der Weltmarktführer bei Großkurbelwellen will seinen Marktanteil auf über 40 Prozent steigern. Das zeigen die Umsatzerwartungen. 250 Millionen Euro sollen 2009 erreicht werden. 2004 waren es noch 130 Millionen.

Auf dem künftigen Betriebsgelände, das bis in den Wald im Bereich "Appenwang" hineinreicht, entstehen eine Schmiedehalle mit 6700 Quadratmetern Produktionsfläche und ein zweites Gebäude für die Weiterbearbeitung mit 11 000 Quadratmetern. Leon geht davon aus, dass die Baugenehmigung Mitte April vorliegt. Ende 2007 und Anfang 2008 werden die Maschinen aufgestellt.

Ein Industriegelände bei Magdeburg hatte sich die Geschäftsleitung als Alternativstandort ausgesucht. Dort hätte Alfing einen Investitionskostenzuschuss des Landes in Höhe von 30 Prozent einstreichen können. Dass dann doch Wasseralfingen zum Zug kam, begründet Leon unter anderem mit dem ungewöhnlich hohen und unbürokratischen Einsatz von Landkreis, Stadt und Regierungspräsidium.
Weitere Punkte, die nach Aussage der Geschäftsführung den Ausschlag für Wasseralfingen gaben, sind der flexible Personaleinsatz und die vorhandenen Managementkapazitäten. Außerdem sei die Belegschaft bereit die Millioneninvestition mitzutragen. Von der Notwendigkeit eines Ergänzungstarifvertrags haben Betriebsratsvorsitzender Grein und der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Roland Hamm, die Mitarbeiter überzeugt.

Azubis werden übernommen

In dem Vertrag wird eine größere Flexibilisierung der Arbeitszeit und eine am Betriebserfolg orientierte Entlohnung der Mitarbeiter geregelt. Im Gegenzug verspricht die Geschäftsleitung sichere Arbeitsplätze. Die Ausbildungsquote von sechs Prozent bei 1300 Mitarbeitern aktuell wird zunehmen. Sämtliche Auszubildende werden in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen. Diese Vereinbarung gilt bis 2015.

Allerdings kann die Mafa die hohe Zahl an Fachkräften nicht in der Region gewinnen. "Wir suchen auch Mitarbeiter im Stuttgarter Raum", erklärt Leon. Selbst nach Norddeutschland und in die neuen Bundesländer hat das Unternehmen seine Fühler ausgestreckt. Darüber hinaus bietet Mafa Mitarbeitern an, sich weiter zu qualifizieren.
Unter Dach und Fach sei die Finanzierung des Vorhabens. "Die Gesellschafter haben einer Kapitalerhöhung zugestimmt", betont Leon. Die Familienstämme Dengler, Fischer, Grimminger, Kinzler und die Stiftung Schloss Fachsenfeld sitzen in der Gesellschafterversammlung.
"Es ist ein Tag der Freude für die Stadt und die Region", kommentiert OB Martin Gerlach die Standortentscheidung. Die Stadt hätte ihre Stärken in die Waagschale geworfen und sich in einem harten Standortwettbewerb behauptet.
Ulrich Geßler




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